DENS SANUS IN CORPORE SANO

Unser Praxis-Motto leitet sich von dem lateinischen "Mens sana in corpore sano" ab, über
das viel nachgedacht und geschrieben worden ist. Es bedeutet die Einheit von Körper, Geist
und Seele, sowie die gegenseitige Abhängigkeit der Teile im Ganzen. Es gibt keine geistige
oder seelische Welt im Menschen, die losgelöst ist von seiner "Körperwelt". Der Mensch ist
unteilbar ein Ganzes, das gilt für den Gesunden wie für den Kranken.

Der Hilfe suchende Patient bringt ja nicht seinen schmerzenden Zahn oder seinen erkrankten Kiefer wie sein Auto in unsere technische Werkstatt, sondern kommt mit seinen Problemen, Schmerzen, manchmal auch in Not oder gar in Verzweiflung - und hofft auf Körper und Seele umfassende Hilfe.

Diese ganzheitliche Sicht auf den Patienten soll ein wesentliches Motiv unseres Bestrebens bleiben. Wir sind uns der Begrenztheit unseres Bemühens bewusst, nicht nur wegen der Beschränktheit aller technischen Mittel, sondern oft auch wegen der zeitlichen und leider auch ökonomischen Grenzen, die unser Gesundheitssystem zieht. Mit all unseren Möglichkeiten und Kräften wollen wir jedoch dem Patienten dienen, der immer im Mittelpunkt stehen soll. Daraus leiten sich unsere Praxis-Ziele ab, die sich an hohen Idealen und großen Zielen ausrichten, immer im Bewusstsein, dass wir ihnen nur nahe kommen, aber sie nie ganz erfüllen werden können. Diese Einsicht und Erkenntnis verleiht uns Bescheidenheit, manchmal auch Demut. Dennoch wollen wir daraus Kraft schöpfen; denn viele ärztliche und zahnärztliche Vorbilder lehren uns, dass ein dem Kranken dienender Beruf Freude und Beglückung schenken kann.

Die meisten unserer Patienten glauben an die gegenseitige Abhängigkeit von Körper, Geist und Seele, auch wenn die Mechanismen oder Signalwege zwischen diesen "Teilwelten" noch lange zu erforschen bleiben. Die Aufsplitterung der Medizin in ihre zahlreichen Einzeldisziplinen verhindert in gewisser Hinsicht eine ganzheitliche Betrachtung bzw. Erforschung des Menschen als Einheit. Viel weiter jedoch sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse innerhalb der "Körperwelt", also beispielsweise über das Zusammenspiel und die gegenseitige Abhängigkeit der Organsysteme.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass bestimmte zahnmedizinische Krankheitsbilder (z.B. chronische Parodontitis) signifikant korrelieren mit der Häufigkeit von Herz-Kreislaufkrankheiten. Die molekularen Mechanismen dieser Zusammenhänge sind nicht geklärt, werden zur Zeit aber intensiv erforscht. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass kranke Zähne, oder eine länger anhaltende Erkrankung des Zahnhalteapparates und des Zahnfleisches zu einer Erkrankung des gesamten Körpers bzw. vieler Organe führen kann. Eigentlich gibt es keine strenge Trennung zwischen Zahnmedizin und Medizin.

Für unsere Praxis folgt daraus die Notwendigkeit einer kollegialen Kooperation mit Allgemein- und Fachärzten der näheren Umgebung.

Die Ahnung der Organ-Zusammenhänge und Interaktionen hat schon vor Jahrzehnten dazu geführt, dass erkrankte Zähne als "Fokusherde", also potentielle Entzündungsquellen manchmal gezogen wurden, um einer chronischen Furunkulose Herr zu werden oder um andere chronische Krankheiten wie Rheumatismus zu behandeln. Mittlerweile verhindern die diagnostischen Fortschritte, dass Zähne auf Verdacht prophylaktisch gezogen werden müssen.
Auch in umgekehrter Richtung der Ursache-Folge-Forschung weiß man immer mehr, z. B. dass chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma, Leberkrankheiten mit der Notwendigkeit von Dauermedikation zu vielfältigen Veränderungen bzw. Gefährdungen des Zahn- und Kieferbereichs führen. Auch jede medizinische Maßnahme betrifft oder besser "trifft" den ganzen Menschen mit all seinen Organen. Nur ein Beispiel: Die manchmal erforderliche antibiotische Behandlung einer chronischen Parodontitis führt zwangsläufig zu einer Beeinträchtigung der Funktion des Magen-Darm-Traktes. Das kann ganz harmlos aber auch höchst problematisch sein, z.B. bei Vorerkrankungen dieses Organsystems.

Aus diesen Erkenntnissen leitet sich als höchst dringlich ab, dass ein gutes und regelmäßiges Prophylaxeprogramm (Professionelle Zahnreinigung; Behandlung der akuten und chronischen Parodontitis) ein wesentliches Ziel der zahnmedizinischen Arbeit sein wird. Es dient der Erhaltung der Gesundheit des ganzen Menschen, seines Körpers und seiner Seele. Im staatlichen Gesundheitsystem und bei den Versicherungen hat sich die Notwendigkeit von Prophylaxe, obwohl ökonomisch vorteilhaft, noch nicht "leistungsgerecht" durchgesetzt. In Prospekten findet man oft den einfachen Reim plakatiert: "Gesund beginnt im Mund". Wir möchten das als eine einfache Übersetzung unseres Praxis-Mottos gelten lassen.